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Das Kniegelenk – das größte Gelenk des menschlichen Körpers.

- Das Knie ist ein Dreh- Scharniergelenk und setzt sich aus zwei Einzelgelenken zusammen.
- Die Kniescheibe wird z.T. mit dem sechsfachen des Körpergewichts belastet.
- Je mehr Muskulatur das Knie stabilisiert, desto besser funktioniert es.

- Das hintere Kreuzband ist das stabilste Band im menschlichen Körper und gilt als Hauptstabilisator des Kniegelenks.
- Im gebeugten Zustand kann das Knie leicht ein- und auswärtsdrehen.
- Die Kniescheibe wird über Quadrizepssehne und Kniescheibenband gehalten – wenn diese zu locker sind, leidet die Kniestabilität.

Um die Komplexität eines Kniegelenkes besser zu verstehen, tauchen wir in die Welt der Anatomie ein.

Wie ist das Kniegelenk aufgebaut?

Knie Anatomie

Das Kniegelenk besteht aus dem Oberschenkelknochen, der Kniescheibe und dem Unterschenkelknochen. Diese bilden zwei Einzelgelenke: das Kniekehlengelenk und das Kniescheibengelenk. Die gelenkige Verbindung zwischen dem Oberschenkel- und dem Unterschenkelknochen wird über das vordere und hintere Kreuzband sowie den Außen- und Innenbändern gehalten. Im Inneren des Kniegelenks verlaufen das vordere und das hintere Kreuzband gegenläufig zueinander und verhindern eine sogenannte Schubladenbewegung des Unterschenkels nach hinten oder vorne.

Durch diesen Aufbau ist eine Beugung und Streckung im Kniegelenk, sowie eine leichte Ein- und Auswärtsdrehung des Unterschenkels bei gebeugtem Bein möglich. Einerseits braucht das Kniegelenk ausreichend Beweglichkeit, andererseits muss es einer großen Belastung standhalten. Für eine ungestörte Funktion des Gelenks sind eine gute knieumgebende Muskulatur sowie intakte Kapsel-Band-Strukturen notwendig.

Was sind Menisken?

Menisken sind teilweise gefäßlose Strukturen und werden primär durch Druck und Zug ernährt. Der Außenmeniskus ist halbrund, der Innenmeniskus erscheint sichelförmig und ist mit dem medialen Seitenband und der Kapsel verwachsen. Der Innenmeniskus ist aufgrund seiner geringeren Beweglichkeit verletzungsanfälliger als der Außenmeniskus.

Die Menisken übernehmen die Absorption von Kompressions- und Rotationsbelastungen. Nur in absoluter Streckstellung des Kniegelenks besteht eine gleichmäßige Druckverteilung auf die Menisken. Je kleiner der Beugewinkel im Kniegelenk, desto größer die Druckbelastung auf die Meniskushinterhörner.

 

Die häufigsten Störungen im Kniegelenk

Gonarthrose (Arthrose im Kniegelenk)
= Degeneration des Gelenkknorpels

Die Ursache für Arthrose im Kniegelenk kann degenerativ aufgrund unzureichender Bewegung, längerer Immobilisation oder altersbedingt sein. Fehlstellungen der Patella oder Beinachsen sowie Band- oder Gelenkinstabilitäten können ebenfalls zu einer Gonarthrose führen. Die erhöhte Abnutzung des Gelenkknorpels bei Überbelastung in Sport, Beruf oder wegen Übergewicht kann eine weitere Ursache sein.

Radfahren ist bei Kniearthrose ideal, da durch die gleichmäßige Bewegung das Knie durchblutet und dadurch eine Art Gelenkschmiere produziert wird. Diese Gelenkflüssigkeit versorgt das Knie mit Nährstoffen. Wer zusätzlich weitere Übungen in seinen Alltag integriert, kann eine Verschlimmerung der Schmerzen hinauszögern.


- Propriozeptive Übungen

Proprioswing


- Beinachsen- & Standstabilisationstraining

Abduktion stehen Aktiv


- Beinpresse im schmerzfreien Bereich

Beinpresse Passiv


- Einbeinab- & adduktion (Seilzug, Theraband)

Abduktion stehen AktivAdduktion stehen Aktiv


- Dehnungsübungen (M. rectus femoris, Ischiocrurale Muskulatur)

 Dehnung Ischisch untererRücken

 

Folgende Bewegungen sollten gemieden werden:

- starke Kompressions-, Sprung- und Stauchbelastungen

- hohe Scherbelastungen

- maximal axiale Druckbelastung

- Varus- und Valgusstress

 

Knie – TEP:
= Die TotalEndoProthese ist eine häufig eingesetzte Knieorthese, die ein künstliches Kniegelenk bildet.

Eine Knie TEP wird bei fortgeschrittener Arthrose, Entzündungen oder Fehlstellungen eingesetzt. Nach der Reha sollte das Aufbautraining zu Hause fortgesetzt werden. Radfahren und Walken sind ideal zur Erweiterung der Beweglichkeit, doch muss das Rad zuvor ergonomisch eingestellt werden. Zusätzlich sollten zu Hause weitere Übungen wiederholt werden:

- Propriozeptive Übungen

Beidbeinig Kreisel

 

- Beinachsen-& Standstabilisationstraining

Ausfallschritt Thera Aktiv

 

- Beinpresse unter Beachtung der ROM

Beinpresse Passiv

 

- Kniebeuge unter Beachtung der ROM

Front Kniebeuge Stuhl aktiv

 

- Beinbeuger und -strecker

Flexion Maschine AktivExtension Maschine Aktiv

 

- Einbeinab- & adduktion mit kurzem Hebel (Seilzug, Theraband)

Abduktion stehen AktivAdduktion stehen Aktiv

 

Folgende Bewegungen sollten gemieden werden:

- starke Kompressionsbelastungen

- schnelle Drehbewegung des Körpers mit fixierten Füßen

- abruptes Abstoppen aus dem Lauf/Sprint

- hohe Scherkraftbelastungen

- maximale axiale Druckbelastungen

- Varus- und Valgusstress

 

Kreuzbandrupturen:

= Riss des vorderen oder hinteren Kreuzbandes.
Im Inneren des Kniegelenks befinden sich das vordere (VKB) und das hintere Kreuzband (HKB), sie stabilisieren das Knie in gebeugtem Zustand und verhindern größere translatorische und rotatorische Bewegungen zwischen Oberschenkel und Unterschenkel (z.B. Überstreckung).

Das vordere Kreuzband ist mit nur ca. 3,5 cm Länge und einem Gewicht von ca. 20g das zweitkräftigste Band im Kniegelenk. Es hat eine Zugbelastung von 2.200 N. Das intakte vordere Kreuzband verhindert eine Verschiebung des Schienbeins nach vorne.

Bild VKB vordere Schublade

Außerdem begrenzt es die Innenrotation des Kniegelenks in Knieflexion (wickelt sich um HKB).

VKB – Ruptur: = eine der häufigsten Bandverletzungen des Kniegelenks, die meistens zu einer gestörten Arthrokinematik und langfristig zu schweren degenerativen Veränderungen des Kniegelenks führt.

 

Ursachen:

- Drehbewegungen in Kombination mit Scherkräften durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung

 

Problemspezifische Übungen (Aufbautraining):

- Propriozeptive Übungen

Einbeinstand auf Käse Aktiv vorne

 

- Beinachsen-& Standstabilisationstraining

Ausfallschritt Thera Aktiv

 

- Beinbeuger

Flexion Maschine Aktiv

 

- Beinpresse unter Beachtung der ROM

Beinpresse aktiv

 

- Frontkniebeuge

Front Kniebeuge Stuhl aktiv

 

- halber Ausfallschritt

Ausfallschritt Aktiv

 

- Step-up

Step up

 

- Hüftextensionsübungen (Seilzug, Theraband, Teppichfliese)

Hüftextension Fließe aktiv

 

- Wadenheben mit ca. 15° Knieflexion

Wadenheben aktiv

 

- Ad- und Abduktoren mit kurzem Hebel

Adduktion stehen AktivAbduktion stehen Aktiv

 

Folgende Bewegungen sollten gemieden werden:

- Trainieren im offenen System für den M. quadriceps femoris (Beinstrecker im Bereich 0-30°)

- Rotationsstress (besonders IRO)

 

Das hintere Kreuzband ist das stabilste Band im Kniegelenk und gilt als dessen Hauptstabilisator. Es verhindert eine Verschiebung des Schienbeins nach hinten und die Überstreckung des Kniegelenks. Gemeinsam mit dem vorderen Kreuzband hemmt es die Innenrotation im Kniegelenk.

 

Ursachen:

-hohe Gewalteinwirkung von vorne auf das gebeugte Kniegelenk

 

Problemspezifische Übungen (Aufbautraining):

- Propriozeptive Übungen

Beidbeinig Kreisel

 

- Beinachsen-& Standstabilisationstraining

Einbeinstand auf Käse Aktiv

 

- Beinpresse unter Beachtung der ROM

Beinpresse aktiv

 

- halber Ausfallschritt

Ausfallschritt Aktiv

 

- Step-up

Step down

 

- Beinstrecker aus max. 90° Knieflexion

Extension Manschette Passiv

 

- Hüftextensionsübungen (Seilzug, Theraband, Teppichfliese)

Hüftextension Fließe aktiv

 

- Wadenheben

 Wadenheben aktiv

 

Folgende Bewegungen sollten gemieden werden:

- Übungen im offenen System für die ischiocrurale Muskulatur (Beinbeuger)

- Starke Knieflexion

- Rotationsstress (besonders starke IRO)

- Überstreckung des Kniegelenks

 

Oft gehen Verletzungen am Kniegelenk mit Fehlhaltungen einher. Es ist wichtig, dass ein Arzt oder Physiotherapeut mittels einer eingehenden Analyse das Hauptproblem erkennt, damit die Übungen individuell besser ausgewählt werden können 

Mittels physiotherapeutischer Behandlung und medizinischer Trainingstherapie kann Medical Taping ergänzend zu aktiven Übungen eingesetzt werden

Constanze Lex

Constanze ist seit 1 Jahr Trainerin im MediFit. Derzeit macht sie ihren Master in Gesundheitsmanagement und Prävention. Sie verbringt ihre Freizeit am liebsten draußen in der Natur beim Laufen, Berggehen, Schwimmen oder Biken. Constanze lebt ihren Beruf als Bewegungsexpertin und hat immer die richtige Übung parat, ganz gleich für welches Leistungsniveau oder nach Verletzungen.

Monika Meranda

Monika ist seit 4 Jahren Trainerin im MediFit. Sie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit ihrer Kindheit ist Monika in vielen Sportarten aktiv. Das Thema Sprunggelenk ist für sie derzeit sehr präsent, da sie sich beim Berglauf ein Außenband gerissen hat und dafür selbst viele Übungen machen musste. Monika ist davon überzeugt, wer regelmäßig Mobility und Stabiübugen in seinen Trainingsplan integriert, kann Verletzungen beim Outdoorsport oder Mannschaftssport minimieren.